the electro-cell moscow will be online from march 6
at the russian academy of arts
for the moscow biennale 2007.

electro-breakfast: breakfast straight from the socket

When Haider's FPÖ became part of the Austrian government in 2000, the artist and filmmaker Bady Minck created the electro-breakfast as an artistic intervention to counter the right-wing extremist political tendencies. On the world wide web, the virtual political breakfast was regularly sent to 15.000 recipients in 18 countries and this way served as a corrective against the politically partial coverage and censorship in quite a few Austrian media. The electro-breakfast soon became a counter-public network, serving breakfast specials from all over the world together with daily news via email: comments and reflections on the protests against the new Austrian governement, reports from demonstrations, accounts of arrests by the police, declarations and resolutions, essays on the political situation, anti-government jokes, etc.

the infiltration of the stomach

The idea behind the electro-breakfast was the realisation that one of the most effective infiltration canals leads through the oesophagus, which constitutes the path of least resistance against an indigestive news diet. In order to extinguish the fear of "other" or "foreign" cultures – amongst other things – the electro-breakfast should work its way up from the stomach to the brain.

the electro-cell as the root of resistance

Bady Minck created the electro-cell to give a body to the electro-breakfast, to phyisically manifest it as a political sculpture in "real space". It functioned as a resistance cell, as a protected space for information and communication, in the face of political authoritarian systems. The electro-cell is either installed in public space or in universities, spaces of art or museums.

The first electro-cell went online in April 2000 at the Forum d'art contemporain Casino Luxembourg, placed amidst an artificial Carinthian holiday paradise. The second electro-cell was installed at the FRI-ART Center of Contemporary Art in Fribourg (Switzerland) from July to October 2000. From Lyon, the third cell toured through several French small towns. The fourth cell was positioned in front of Kunsthalle Wien (Austria), the fifth cell was plugged in at the university in Djion (France). The sixth cell floated on the Seine in Paris and the seventh cell was invited to a film festival in the Pyrenees in France.

The heart of the electro-cell is the computer. Its veins are connected to the brain, the electro-website, its thoughts and ideas are short-circuited to the world wide web. Like blood, the flow of information should never run dry. The electro-cell is the body which is kept alive by the electro-heartbeat. And to visualise the stomach, a materialised electro-breakfast is installed in every cell – an illuminated cup of coffee and croissant, which function as the logo of electro-breakfast.

electrified moscow biennale

At the Moscow Biennale of Contemporay Art Bady Minck will install an electro-cell whose metabolism is reversed: instead of transmitting news from the outside world into the cell, the Moscow electro-cell will gather news and transmit them to the outside world for distribution. Visitors of the cell will be able to send unfiltered messages from Russia into the world. These messages will be published in various international media outside of Russia. The publication of the messages is part of the art project.

Please send your messages to electrocell(at)badyminck.com - just replace the (at) with @!

 

 

electro-cell Moscow Biennale 2007

Moscow Biennale of Contemporary Art
March 1 - April 1, 2007

March 6 - 18: electro-cell at "The Apple" in the Russian Academy of Arts
(Prechistenka St. 21)

March 9 at 7pm: selection of films by Bady Minck at "The Apple" in the Russian Academy of Arts

Both the film screening and the exhibition are part of the "Art in Motion" program which is a cooperation of the Moscow Museum of Modern Art and the film festival "Linoleum".

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elektrofrühstück: das frühstück aus der steckdose

Im Jahr 2000 - als in Österreich die Haider-Partei FPÖ in die Regierung kam - kreierte die Künstlerin und Filmemacherin Bady Minck das elektrofrühstück als künstlerische Intervention gegen rechtsextreme politische Tendenzen. Als virtuelles politisches Frühstück im World Wide Web wurde es regelmässig an bis zu 15.000 EmpfängerInnen in 18 Ländern als Morgennahrung geschickt und diente auch als Korrektiv gegen die politisch einseitige Berichterstattung und Zensurbestrebungen vieler österreichischer Medien; so wurde es bald zu einem Netzwerk der Gegenöffentlichkeit. Das elektrofrühstück servierte per Email Frühstücksspezialitäten aus fernen Ländern, zusammen mit aktuellen Meldungen: Nachrichten, Kommentare und Reflexionen zu den Protesten gegen die Regierung in Österreich, Demoberichte, Berichte über Festnahmen der Polizei, Deklarationen und Resolutionen, Essays zur Lage, Anti-Regierungswitze usw.

die infiltrierung des magens

Dem elektrofrühstück lag die Beobachtung zugrunde, dass einer der effektivsten Infiltrierungskanäle durch die Speiseröhre führt - als Weg des geringsten Widerstandes gegen schwer verdauliche Nachrichtenkost. Vom Magen aus sollte sich das Elektrofrühstück langsam bis zum Gehirn hocharbeiteten, um dort u.a. die Scheu vor "anderen fremden Kulturen" zu tilgen.

die elektrozelle als konkreter ort der verwurzelung

Um dem elektrofrühstück einen Körper zu geben, es zur politischen Skulptur im "realen Raum" werden zu lassen, entwickelte Bady Minck die elektrozelle. Diese dient als Widerstandszelle, als Schutzraum und Informations- sowie Kommunikationsraum gegen politisch autoritäre Systeme. Die elektrozelle wird einerseits im öffentlichen Raum, andererseits in Universitäten, Kunsthallen und Museen installiert.

Die erste elektrozelle ging im April 2000 im Forum d'art contemporain Casino Luxembourg ans Netz, platziert inmitten eines artifiziellen Kärnten-Urlaubsparadieses. Die zweite elektrozelle war von Juli bis Oktober 2000 im FRI-ART Center of Contemporary Art in Fribourg (Schweiz) online, die dritte tourte von Lyon aus durch mehrere französische Ortschaften, die vierte stand vor der Kunsthalle Wien (Österreich) unter Strom, die fünfte war an der Universität in Dijon (Frankreich) installiert, die sechste schwamm auf der Seine in Paris, die siebte war bei einem Filmfestival in den Pyrenäen (Frankreich) zu Gast.

Das Herz der elektrozellen ist der Computer, dessen Adern und Venen online mit dem Hirn, der elektrowebsite und seinen Gedanken und Vorstellungen, dem World Wide Web verbunden sind. Der nicht versiegende Datenfluss steht für das fließende Blut. Die elektrozelle selbst stellt den Körper. Ebenso ist in jeder elektrozelle, sozusagen als Magen, das materialisierte elektrofrühstück installiert, ein Objekt, das aus einer leuchtenden Tasse Kaffee und einem Leuchtcroissant besteht und gleichzeitig als Logo des elektrofrühstücks funktioniert.

die elektrowebsite

Die Website bietet alle elektrofrühstücke online an sowie eine Vielzahl weiterer elektrozonen:
Die elektrogalerie zeigt Cartoons, Comics, Fotos, Animationen und Objets trouvés zur politischen Lage. Unter elektrotexte stehen Artikel und Essays von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, PhilosophInnen und JournalistInnen. Mittels der 180 links zu Widerstands-Websites können die BesucherInnen sich in die damalige österreichische Netzgegenöffentlichkeit einklinken. Klickt der/die UserIn auf eins der angebotenen frühstücks-icons, so ergießt sich nicht gleich der Kaffee in die Leitung, sondern Texte der jeweiligen Frühstückssprache (französisch, deutsch, englisch, spanisch) bieten sich zum geistigen Verzehr an. In der zone elektrozelle schließlich hat der/die BesucherIn Gelegenheit, die verschiedenen elektrozellen zu besuchen.

elektrisierte moscow biennale

Im Rahmen der Moscow Biennale of Contemporay Art wird Bady Minck eine elektrozelle installieren, deren Metabolismus umgekehrt funktioniert: statt Nachrichten der Außenwelt in die Zelle zu leiten und deren Besuchern zur Verfügung zu stellen, wird die Moskauer elektrozelle in ihrem Innern Nachrichten aufnehmen und diese in die Außenwelt leiten, um sie dort zu verbreiten. So wird es für alle BesucherInnen möglich sein, Botschaften aus Russland ungefiltert in die Welt zu senden; diese werden außerhalb von Russland in verschiedenen internationalen Medien veröffentlicht - die Veröffentlichungen sind Teil des Kunstprojekts.

Bitte senden Sie Ihre Botschaft an electrocell(at)badyminck.com - einfach das (at) durch @ ersetzen!

 

elektrozelle Moscow Biennale 2007

Moscow Biennale of Contemporary Art
1.3. bis 1.4. 2007

6.-18.3.: elektrozelle in der Russian Academy of Arts in der Halle "The Apple"
(Prechistenka St. 21)

9.3. 19h: Film-Werkschau Bady Minck in der Russian Academy of Arts in der Halle "The Apple"

Ausstellung und Filmvorführung finden im Rahmen von "Art in Motion" statt - einer Kooperation des Moscow Museum of Modern Art mit dem Filmfestival "Linoleum".